Klassische
Therapieverfahren von bösartigen Erkrankungen
sind:
Chirurgische
Verfahren
Hierdurch
kann in einer Vielzahl der Fälle der
bösartige Tumor komplett entfernt werden. Bei der Operation
muß ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet
sein, da von dieser oft die korrekte Stadieneinteilung abhängig
ist, aus der sich in vielen Fällen die Empfehlung zu einer
weiteren Therapie ergeben. In manchen Fällen dient die
Operation auch nur zur Stellung der Diagnose, z. B. bei bösartigen
Lymphomen. Ein Auftreten von Metastasen kann in manchen Fällen
durch eine operative Entfernung noch eine vollständige
Heilung ermöglichen.
Bestrahlung
Ebenso wie die chirurgischen Verfahren, ist auch die
Bestrahlung ein überwiegend lokales Therapieverfahren, bei dem nur
bestimmte Körperregionen behandelt werden. Infolge erheblicher
Verbesserung der Therapieplanung und der Schonung von gesundem
Gewebe gehört die Strahlentherapie heute zu
insgesamt gut tolerierbarem Therapieverfahren.
Systemische
Therapieformen
d. h. Therapien,
die den ganzen Körper betreffen. Da
hier vielfältige Wechselwirkungen mit den inneren Organen
zu beachten sind, ist dies die Domäne der internistischen
Onkologie. Insbesondere handelt es sich hierbei um die zytostatischen
Chemotherapien, hormonelle Therapien und Immun- und Antikörpertherapien.
Kombinationstherapieformen
der drei klassischen Therapiearten haben in den letzten Jahren
an Bedeutung gewonnen. Um die Operationsmöglichkeiten
eines Tumors zu verbessern, kann in einigen Fällen eine
Chemotherapie oder Bestrahlung vor die Operation gesetzt werden,
um den Tumor zu verkleinern, d. h. operabel zumachen. Man spricht
in diesen Fällen von einer neoadjuvanten Therapie. Abhängig
vom Stadium der Erkrankung ist in manchen Fällen nach
einer Operation eine Chemo- oder Strahlentherapie sinnvoll
- in manchen Fällen auch beide Formen nacheinander oder
sogar gleichzeitig. Wir sprechen in diesen Fällen von
einer adjuvanten Chemo- oder Strahlentherapie. In manchen Fällen
ist die gleichzeitige Chemo- und Strahlentherapie von Nutzen,
da durch manche Zytostatika die Sensibilität der Tumorkrebszellen
für die Strahlentherapie verstärkt wird.
Die richtige
Planung von einer Tumorbehandlung beginnt daher oft schon
beim Verdacht
auf eine Krebserkrankung. Schon die
chirurgische Form einer Probengewinnung zur Sicherung der Erstdiagnose
ist bei manchen Tumoren für den weiteren Verlauf der Erkrankung
und für das Setzen von Metastasen von großer Bedeutung.
Es ist daher fast immer sinnvoll, auch schon vor einer Operation
das Vorgehen mit einem internistischem Onkologen zu besprechen,
damit durch die Übernahme der richtigen Therapiekoordination
die besten Chancen für den weiteren Verlauf gewährleistet
wird bis hin zur Planung der Nachsorge.
Wie lange dauert eine Behandlung ?
Die Dauer einer Behandlung ist unterschiedlich. Bei einem
Teil der Erkrankungen besteht ein fester Plan, bei dem gesagt
werden kann, nach wie viel Zyklen die Therapie beendet wird.
In anderen
Fällen ist dies nicht vorhersehbar, die
Behandlungsdauer richtet sich dann vor allem danach, ob und
wie rasch sich ein Tumor zurückbildet und wie die Verträglichkeit
ist.
Im allgemeinen
ist eine Behandlungsdauer von drei bis etwa sechs Monaten
zu
erwarten. In manchen Fällen kann eine
Therapie auch über ein Jahr betragen. Private Termine,
ein Urlaub oder auch eine Kur lassen sich dabei aber fast immer
einplanen. Bitte besprechen Sie solche Termine rechtzeitig
mit uns.
Wo liegen die Grenzen bei der Krebsbehandlung ?
Die Dosis
einer Behandlung sowie die Therapiedauer hängt
oft auch vom Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen ab.
Kontrolliert werden die Funktion von Leber, Lunge und Niere
sowie vom blutbildendem Knochenmark. Wenn diese Organe durch
die Tumorerkrankung oder eine andere schwerwiegende Begleiterkrankung
stark beeinträchtigt sind, ist der Beginn oder die Fortführung
von manchen Therapieformen nicht möglich. In einigen Fällen
kann die Therapie jedoch nach einer Erholungszeit wieder aufgenommen
werden.
Was ist eine Chemotherapie ?
Bei einer
Chemotherapie werden Medikamente (Zytostatika) eingesetzt,
die bösartige Zellen abtöten sollen, indem sie die
Zellteilung hemmen. Es handelt sich hierbei um Substanzen,
die chemisch hergestellt werden, aber auch um in der Natur
vorkommende Substanzen, die mit leichten Strukturveränderungen
als Medikament zur Verfügung stehen. Um sie bei menschlichen
Krebserkrankungen mit möglichst geringen Risiken einsetzen
zu können, ist eine aufwendige Reinigung oder eine chemische
Veränderung erforderlich.
Bei der
Behandlung werden oft mehrere Substanzen kombiniert, entweder
gleichzeitig
oder in einer zeitlich genau festgelegten
Reihenfolge. Hierfür gibt es dann einen detaillierten
Therapieplan.
Durch die Kombination lässt sich die tumorzerstörende
Wirkung verstärken und die Nebenwirkungen reduzieren,
weil die Medikamente in der Zelle einen unterschiedlichen
Angriffspunkt haben.
Die Auswahl
des Therapieschemas und der Substanzen ist dabei sehr kompliziert
und richtet sich zunächst nach der Art
des Tumors, dem Sitz des Tumors, dem genauen Typ der Gewebeuntersuchung
(Histologie), dem Grad der Ausbreitung, dann dem Alter des
Patienten, sowie dem Vorliegen von weiteren Erkrankungen.
Entscheidend
ist das Ziel, was mit einer solchen Behandlung erreicht werden
soll. Wenn es um eine Heilung geht, wird der
Einsatz und das Risiko der Therapie mit Sicherheit höher
sein, als wenn es der Eindämmung der Erkrankung oder der
Bekämpfung bzw. dem Vorbeugen von Komplikationen dient.
Wenn zusätzlich eine Operation oder eine Bestrahlung
erfolgen soll, wird der Zeitpunkt des Therapiebeginnes hiermit
abgestimmt. In aller Regel kann eine Therapie erst dann festgelegt
werden, wenn alle erforderlichen Daten vorliegen, um den Typ
der Erkrankung und dem Grad der Ausbreitung (Stadium der Erkrankung)
festlegen zu können.
Wie wirken Zytostatika ?
Wie schon
oben erwähnt, wirken Zytostatika auf das Tumorwachstum,
indem sie den Zellstoffwechsel und die Zellteilung beeinflussen.
Weil sich Tumorzellen relativ schnell teilen, vor allem schneller
als gesunde Zellen, sind sie für Zytostatika sehr empfindlich.
Der Tumor wird dadurch sehr viel stärker getroffen und
im idealen Falle zerstört, während gesunde Körperzellen
gute und intakte Regulationsmechanismen haben, die zu einer
raschen Erholung führen.
Im leichteren
Maße sind auch normale, in Teilung befindliche
Zellen des Körpers betroffen, z. B. das blutbildende Knochenmark,
Zellen der Magen- und Darmschleimhaut und Haarwurzelzellen.
Hierdurch wird die Dosierung der Medikamente begrenzt und der
zeitliche Ablauf beeinflusst. Der Nutzen und das mögliche
Risiko einer Therapie müssen dabei sorgfältig abgewogen
werden und im Verlauf der Behandlung immer wieder neu bedacht
werden.
Auf ruhende Zellen haben Zytostatika in aller Regel keinen
Einfluss. Darüber hinaus gibt es Tumorzellen, die auf
manche Zytostatika gar nicht oder nicht ausreichend ansprechen.
Wie werden Zytostatika verabreicht ?
Zytostatika
können als Spritzen, als Infusionen und als
Tabletten bzw. Kapseln verabreicht werden. Auch die direkte
Gabe von Zytostatika in Körperhöhlen ist möglich.
Z.B. kann ein Erguss des Rippenfelles oder auch die Wasserbildung
im Bauch damit behandelt werden. Bis auf wenige Ausnahmen handelt
es bei einer medikamentösen Krebstherapie um eine systemische
Therapie, das heißt eine Therapie, die im ganzen Körper
wirkt und alle möglichen vorhandenen Tumorzellen treffen
soll. Die chirurgische Behandlung und die Strahlentherapie
sind im Gegensatz dazu lokal begrenzte Therapien. Um im ganzen
Körper wirken zu können, wird das Medikament durch
das Blut verteilt.
Zugeführt
wird es entweder
- durch
den Magen-Darm-Trakt als Tablette,
Dragee, Kapsel
- als
Spritze oder Infusion in eine Vene, unter die Haut (subkutan),
in manchen Fällen auch in eine Arterie
- in
besonderen Fällen ist ein künstlicher
Gefäßzugang erforderlich, ein sogenanntes Portsystem.
Die Therapie
erfolgt nach einem Therapieplan, der für
jeden Patienten und für jeden Therapiezyklus individuell
festgelegt wird. Viele Zytostatika wirken bei mehreren Krebsarten.
Die Dosis, die Dauer der Therapie und die Kombination mit anderen
Medikamenten ist aber meist verschieden. Zur Infusion verwenden
wir meistens venenschonende Verweilkanülen aus Plastik
(Braunüle). Während der Infusion ist es dabei wichtig
den jeweiligen Arm möglichst ruhig zu halten, um ein Durchstechen
der Vene zu vermeiden. Wenn es einmal an der Einstichstelle
dick werden sollte, oder wenn es bei der Infusion anfängt
zu brennen, sagen Sie bitte sofort Bescheid.
Was ist eine Immuntherapie ?
Unter dem
Begriff Immuntherapie versteht man ganz allgemein sowohl
Therapien,
die direkt das Immunsystem beeinflussen,
als auch Therapien mit körperidentischen Stoffen des Immunsystems.
Einige Krebserkrankungen sind mittels Immuntherapie sowohl
vorbeugend - adjuvant als auch bei manifestem Tumorleiden zu
behandeln. Konkret umfasst dies die Antikörpertherapie
z.B. bei Brustkrebs und Lymphomen (Herceptin und Rituximab)
oder die Therapie mittels Interferonen oder Interleukin 2 bei
Nierenzellkrebsen, Melanomen und Lymphomen. Eine solche Therapie
ist grundsätzlich eine ambulante Therapie.
Zunehmend
zum Einsatz kommen monoklonale Antikörper die
sich gegen spezifische Strukturen auf Krebszellen richten.
Wenn diese Strukturen auf den Krebszellen nachgewiesen werden,
werden diese Antikörper mit einem guten Erfolg und einer
sehr geringen Nebenwirkungsrate eingesetzt. Zum Einsatz kommen
zur Zeit Antikörper gegen Strukturen von B-Lymphozyten,
sowie gegen besondere Zellstrukturen z.B. beim Mamma-, Kolon-
und Lungenkarzinomen.
Weiter
eine wichtige Rolle spielt der Einsatz von Immunglobulinen,
entweder als
Ersatz für fehlende körpereigene Immunglobuline
oder, weniger häufig, mit dem Ziel einer immunmodulierenden
Wirkung bei manchen Autoimmunerkrankungen. Eine immunmodulierende
Wirkung wird auch beim Einsatz von hochdosierten Cortisonpräparaten
ausgenutzt. Hier ist es das Ziel, eine überschießende
Immuntätigkeit des Körpers, die sich gegen den eigenen
Körper richtet zu unterdrücken. Bei bösartigen
Erkrankungen spielt dies eine besondere Rolle beim Plasmozytom
und bei malignen Lymphomen.
Eine stimulierende
oder modulierende Funktion haben Interferone und Interleukine.
Bei Interferon handelt es sich um körpereigene
Stoffe, welcher der Körper zur Bekämpfung von Virusinfekten
produziert. Diese werden gentechnologisch hergestellt und greifen
in höheren Dosen in wesentliche Prozesse des Zellstoffwechsels
ein und können bei manchen Formen einer Leukämie
oder bei einigen Tumorerkrankungen das bösartige Zellwachstum
hemmen. Zu Beginn einer Behandlung muß man mit typischen
Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen
und Fieber rechnen, das sind die gleichen Symptome die bei
Virusinfekten durch natürliche Interferone ausgelöst
werden. Im Laufe der Behandlung bilden sich diese Nebenwirkungen
zurück, so dass die Therapie in der Regel gut verträglich
ist.
Was ist eine Hormontherapie ?
Manche
Tumorarten, insbesondere Brustkrebs und Prostatakrebs, lassen
sich durch
natürliche Hormone stimulieren oder
hemmen.
Dann ist eine Therapie mit Hormonen oder Antihormonen, entweder
alleine oder in Kombination mit anderen Therapieverfahren,
möglich. Hierbei sind Nebenwirkungen meist sehr milde,
weil sich die Wirkung fast ausschließlich auf den Tumor
beschränkt.
Nebenwirkungen unter einer onkologischen Behandlung:
Zum Glück sind belastende Nebenwirkungen einer Chemotherapie
nicht so häufig, wie oft befürchtet wird. Bei vielen
Therapien treten gar keine Nebenwirkungen auf. Falls doch,
sind sie oft gut zu behandeln. Das Auftreten von Nebenwirkungen
sagt nichts über die Wirksamkeit der Therapie aus, sie
wird dadurch weder gefördert noch gehemmt, d. h. die Therapie
kann auch dann gut wirksam sein, wenn sie gut vertragen wird
und keine unerwünschten Wirkungen auftreten.
Übelkeit
und Erbrechen
Im Zusammenhang
mit einer Chemotherapie kann Übelkeit
zu verschiedenen Zeiten auftreten. Da direkt vor der Therapie
meistens Medikamente gegen Übelkeit injiziert werden,
ist Übelkeit und Erbrechen während oder kurz nach
der Chemotherapie heute relativ selten. Wenn die Wirkung nachlässt
kann aber nach ca. 8-16 Stunden Übelkeit und Erbrechen
auftreten. Gelegentlich kommt es zum sogenannten Späterbrechen
am dritten Tag, manchmal auch, wenn vorher gar keine Beschwerden
aufgetreten sind. Es ist daher sinnvoll, Medikamente gegen Übelkeit
bei den ersten Therapiezyklen noch 3 - 4 Tage nach der Therapie
einzunehmen.
Da die
Empfindlichkeit bei jedem sehr unterschiedlich ist, muss
auch die Dosis und
das Intervall der Einnahme individuell
angepasst sein. In jedem Falle sollte bereits bei dem leisestem
Anzeichen von Übelkeit eine ausreichende Dosis eingenommen
werden - viele Patienten bevorzugen dazu auch Zäpfchen.
Wenn dieses in seltenen Fällen nicht reicht, bitten Sie
ihren Hausarzt um eine Spritze und informieren Sie uns darüber,
damit die Begleittherapie intensiviert werden kann. Bei manchen
Patienten kann es bereits vor der Therapie zu Übelkeit
kommen, manchmal schon vor Betreten der Praxis. In diesen Fällen
sollten Medikamente gegen Übelkeit bereits am Morgen vor
dem Frühstück eingenommen werden, oft ist ein leichtes
Beruhigungsmittel am Abend vorher zusätzlich nützlich.
Folgende
Medikamente werden am häufigsten eingesetzt:
- Vergentan-Tabletten,
alle vier bis sechs Stunden 1-2 Tbl.
- MCP-Tropfen
(Paspertin, Gastrosil etc.), alle vier bis sechs Stunden
20-40 Tropfen
- Vomex
A- oder Peremesin-Zäpfchen, alle sechs
bis acht Stunden 1 Zäpfchen
- Zofran-Tabletten
(auch Zofran sublingual), alle acht bis zwölf
Stunden 1-2 Tabletten
- Kevatril-Tabletten,
alle zwölf
bis vierundzwanzig Stunden1 Tablette
- Fortecortin-Tbl.
(meist in Kombination mit anderen), alle 8 Std. 4 - 16 mg
Sie sollten
nicht versuchen, aus Angst vor Nebenwirkungen an diesen Mitteln
zu sparen. Diese Medikamente verursachen
nur selten Nebenwirkungen, der Nutzen dieser Begleitmedikation
ist fast immer höher als die Beschwerden durch Übelkeit
und Erbrechen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie
in jedem Falle anrufen. Übelkeit und Erbrechen nach einer
Chemotherapie wird nicht vom Magen ausgelöst, sondern
durch die Aktivierung des Brechzentrums im Gehirn. Erbrechen
ist also auch noch möglich, wenn der Magen leer ist. Andererseits
lässt sich Übelkeit in vielen Fällen durch Aufnahme
leichter Nahrung oder Getränke unterdrücken. Apfelsaft,
Tee, nicht zu heiße Brühe, Fruchteis oder Gelantinepudding,
Apfelmus, Quark, Bananen und leichtes Gebäck sind oft
sehr angenehm.Vermieden werden sollten besonders süße,
fettige, salzige, stark gewürzte oder stark riechende
Nahrungsmittel. Spazieren gehen in frischer Luft, sowie Entspannungsübungen
(Yoga, autogenes Training), Ablenkung durch Musik oder Gespräche
tragen ebenfalls zu einem besserem Wohlbefinden bei.
Haarausfall
Haarausfall (Alopezie) tritt bei manchen Medikamenten gar nicht,
bei anderen regelhaft auf. Bei vielen Medikamenten ist im
Einzelfall nicht vorhersehbar, ob und wie stark die Haare
ausfallen. Vorbeugende Maßnahmen, z. B. Eishauben sind
in der Anwendung unsicher. In Einzelfällen können
sie eine Verminderung des Haarausfalles bewirken. Die Anwendung
ist relativ umständlich und mit zusätzlichen Kosten
verbunden, deren Übernahme durch die Krankenkassen nicht
immer gesichert ist. Wenn Sie hier weitere Informationen
wünschen, oder eine Eishaube anwenden möchten,
sprechen Sie bitte mit unserem Praxispersonal. Bis auf seltene
Ausnahmen wachsen die Haare nach einem Ausfall wieder nach,
sehr häufig noch während des weiteren Verlaufes
der Chemotherapie. Länger anhaltend ist Alopezie nach
einer Bestrahlung des Schädels, da hier die Haarwurzeln
stärker geschädigt werden.
Von den Krankenkassen wird die Anwendung einer Perücke
bezuschusst. Hierdurch ist die Anschaffung einer Kunsthaarperücke
möglich. Erfreulicherweise ist die Qualität dieser
Perücken so gut, dass diese von Außenstehenden oft
kaum erkannt werden. In jedem Falle sollte während einer
Chemotherapie die Haarpflege so schonend wie möglich erfolgen,
intensives Färben oder Sonnenbelastung, sowie eine Dauerwelle
sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Blutbildveränderungen,
andere Organe
Nach einer
Chemotherapie werden durch Untersuchungen im Blut die Funktionen
von Leber,
Niere und blutbildendem Knochenmark überwacht.
Insbesondere die Blutbildung im Knochenmark wird durch eine
Chemotherapie in unterschiedlichem Maße beeinflusst.
Deshalb soll etwa 10 Tage nach einer Chemotherapie eine Kontrolle
des Blutbildes erfolgen. Diese wird in der Regel von Ihrem
Hausarzt durchgeführt. Untersucht werden hierbei der rote
Blutfarbstoff (Hb), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
und die Blutplättchen (Thrombozyten). Die Leukozyten sinken
etwa 7 - 14 Tage nach der Chemotherapie auf einen relativ niedrigen
Wert ab, um anschließend zum Beginn der neuen Therapie
wieder auf normale Werte anzusteigen. Den Therapieerfolg kann
man an den Ergebnissen des Blutbildes nicht ablesen. Die Untersuchungen
sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden und evtl. die
nachfolgende Therapie anders zu dosieren. Bei sehr niedrigen
Leukozytenwerten kann es sinnvoll sein, bereits bei leichten
Infekten mit einer antibiotischen Therapie zu beginnen. Bei
Abfall der Granulozyten/Neutrophile unter einem absoluten Wert
von 500/µl ist die prophylaktische Gabe eines Breitband-Antibiotikums
(z.B. Ciprofloxacin 2x500mg) indiziert. Zu beachten ist, dass
die Regenerationsfähigkeit der Haut nach einer Chemo-
oder Strahlentherapie eingeschränkt sein kann. Intensive
Sonneneinstrahlung und Solarien sollten eine gewisse Zeit gemieden
werden. Darüber hinaus kann die Haut durch zu häufiges
Waschen mit Seife geschädigt werden.
Blutarmut,
Bluttransfusionen
Eine Blutarmut
ist bei einer Krebserkrankung eine relativ häufige Begleiterscheinung. In den meisten Fällen
liegt hier kein Eisenmangel zugrunde, es ist manchmal so gar
zuviel Eisen im Körper vorhanden. Durch die Erkrankung
ist der Körper allerdings nicht in der Lage, das Eisen
optimal zu verwerten und in das Blut einzubauen. Die Einnahme
von zusätzlichen Eisentabletten ist dann nicht sinnvoll.
Das Blut regeneriert sich nach einer Behandlung. In manchen
Fällen kann allerdings eine Bluttransfusion erforderlich
sein, um das Befinden und die Leistungsfähigkeit zu verbessern,
oder um Komplikationen zu vermeiden. Das Risiko, dass durch
die Bluttransfusion Infektionskrankheiten übertragen werden,
ist durch intensive Voruntersuchungen heute sehr gering. Nutzen
und Risiko einer Bluttransfusion müssen natürlich
in jedem Einzelfalle sorgfältig abgewogen werden. Zur
Vermeidung einer Bluttransfusion kann in besonderen Fällen
heute der Einsatz von Erythropoeitin erfolgen. Erythropoeitin.
ist ein Gewebshormon, welches normalerweise in der Niere gebildet
wird und zur Blutbildung, insbesondere der Erythrozyten erforderlich
ist. In höheren Dosierungen kann während einer Chemotherapie
oder bei bestimmten Erkrankungen hiermit die Blutbildung verbessert
werden. Da diese Therapie sehr teuer ist, kann sie allerdings
nur in Fällen angewandt werden, in denen eine hohe Aussicht
auf Erfolg dieser Therapie besteht, d. h. es muss das Ziel
sein, Transfusionen möglichst ganz zu vermeiden.
Alternative
Methoden:
Fast jeden
Tag kommen Informationen und Fragen zu neuen Außenseitermethoden,
so dass es ganz unmöglich ist, auf alle einzugehen. Bitte
fragen Sie uns in besonderen Fällen danach. Wir sind Ihnen
ebenso dankbar, wenn Sie uns Texte über Außenseiterverfahren überlassen
können. Über Methoden, die gerade en vogue sind,
werden wir bei Bedarf unter "Aktuelles" informieren.
Während viele Verfahren unkalkulierbare Risiken beinhalten,
obwohl die unmittelbare Anwendung oft große Nebenwirkung
ist, gibt es doch biologische Möglichkeiten, deren Anwendung
in bestimmten Situationen unbedenklich ist.
Hier noch einige Tips zur Selbsthilfe:
bei
Appetitstörung:
- ein Stückchen
Traubenzucker vor der Mahlzeit
- ein kleines
Glas Portwein vor dem Mittag- oder Abendessen
bei
rascher Sättigung (Völlegefühl):
- kleine
Mahlzeiten (ca. alle 3 Std.) über
den Tag verteilt
- vor dem
Essen nicht trinken (Ausnahme, ein kl. Glas Portwein evtl.
zur Appetitanregung)
- nur
wenig Flüssigkeit während
der Mahlzeiten zu sich nehmen
- die Flüssigkeiten
(mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag) zwischen
den Mahlzeiten trinken
bei
Kau- und Schluckstörungen:
- beim Brot
die Kruste abschneiden
- harte
Nahrungsmittel wie Gemüse pürieren
- zubereitete
Speisen abkühlen lassen
- immer
wieder zwischendurch etwas trinken und den Mund spülen,
evtl. mit Strohhalm trinken
- säurehaltige
Nahrungsmittel vermeiden, wie z.B. Essig, Obstsäfte,
Zitrusfrüchte
- hoch kalorische
Trinknahrungen bevorzugen
bei
Erbrechen:
- trockene
Nahrungsmittel, wie Zwieback, Knäckebrot,
altbackene Semmeln knabbern
- auf
ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten in
Form von Tee, gesalzener Fleisch- oder Gemüsebrühe, fettfreier
Bouillon, Mineralwasser ohne
Kohlensäure,
Cola-Getränken
- kalte
Getränke sind oftmals
besser verträglich
als warme!
bei
Durchfall:
- reichlich
Flüssigkeit trinken,
z.B. schwarzen Tee, gesalzene Brühe
mit etwas Hafer- oder Hefeflocken angedickt,
Mineralwasser ohne Kohlensäure
- akuter
Durchfall: Nahrungsmittel verzehren, wie reife Banane,
Reis, Apfel (am besten frisch zerraffelt)
- chronischer
Durchfall: ein Minimum an Fett verwenden, leicht verdauliche
Fette bevorzugen, MCT-Fette, Margarine,
kaltgeschlagenes Öl
bei
Verstopfung:
- ein Glas
Wasser auf nüchternen
Magen gleich morgens nach dem Aufstehen
- frisches
Gemüse
und reichlich Salat essen
- Vollkornbrot
und Getreideprodukte (Müsli) essen
- geeignete
Getränke,
wie Pflaumensaft, Traubensaft,
Orangensaft, frischen Most trinken
Was tun,
wenn es zu Hause im Rahmen einer Tumorerkrankung zu akuten
gesundheitlichen Problemen kommt?
Dann rufen Sie uns an! Als unser/e Patient/in erhalten Sie
eine Mobilfunknummer, unter der Sie uns 24 Stunden
am Tag erreichen
können.
Für Notfälle allgemeiner Art steht die Ärztliche
Notfallpraxis in Krankenhaus Siloah zur Verfügung.
Sie ist unter der Nummer: 07231 / 19292 zu erreichen.
Sollten Sie außerhalb der Öffnungszeiten eine Apotheke
benötigen, so können Sie über das Aponet und
die Eingabe Ihrer Postleitzahl eine Bereitschaftsapotheke in
Ihrer Nähe ausfindig machen. www.aponet.de